Olive, die göttliche Frucht – Gedanken über Ursprünglichkeit, Vitalität und Geschmack

(Dieser Artikel ist am 20.05.2020 im Bilderbogen erschienen)

Eine Frucht von größerer kulturhistorischer Bedeutung für den Mittelmeerraum als die Olive zu nennen, wäre sehr schwer. Der Olivenbaum (Olea Europaea) ist ein besonders langlebiger (mehrere 1000 Jahre) und anspruchsloser Baum. Er ersetzt abgestorbene Teile immer wieder durch Neue und erlangt dabei seinen typischen Wuchshabitus. Seine Früchte, die Oliven waren den Menschen schon in der vorgeschichtlichen Zeit als wichtiges Lebensmittel bekannt. Ich würde sogar sagen, dass der Genuss der Olivenfrüchte maßgeblich mit der Explosion an Wissen in der Antike in Zusammenhang zu bringen ist (weil unsere Gehirne naturbelassene Fette benötigen).

Es ist nur selbstverständlich, dass in Gesellschaften in vorgeschichtlicher Zeit die Oliven ausschließlich während der Erntezeit im Winter gegessen       wurden.

Selbstverständlich aßen die Menschen auch nur Oliven, die auf natürliche Art und Weise auf dem Baum reiften. Diesen Menschen waren der exzellente Geschmack der Früchte, das Sättigungspotential und auch die enorm positive Wirkung auf den Erhalt der Gesundheit bewusst.

Mit dem Fortschritt der Kultur, dem Bevölkerungswachstum und der Ansammlung von Wissen versuchten die Menschen die Olive für das gesamte Jahr haltbar zu machen. Manche Methoden, die uns seit der Antike bis heute überliefert wurden, sind immer noch in Gebrauch.

Eine viel gebräuchlichere Methode ist das Einlegen in diversen Laken: dies ermöglicht den Menschen auch unreife Früchte haltbar zu machen. Auf den ersten Blick erscheint das vorteilhaft, denn dann kann man den Erntezeitpunkt auf den warmen Herbst vorziehen. Diese Methode hat sich weit verbreitet, und man findet auch leider sehr oft in den Läden: Früchte, die gänzlich unreif, im grünen Zustand verarbeitet sind.

Ihre Bitterstoffe haben sie in monatelangen Wasser -, Salz- und Essigbädern verloren, um überhaupt genießbar zu werden. Über die Beimengung von Farbstoffen, chemischen Zusätzen und die ganze unheilige Allianz von Pestiziden, Insektiziden, Fungiziden und Glyphosat möchte ich mich nicht auslassen.

Die Oliven büßen durch diese Behandlungen auch ihre Inhaltsstoffe und ihr ernährungsphysiologisches Potential ein. Wenn die Oliven dann auch noch pasteurisiert werden kann nicht mehr von gesunder Nahrung gesprochen werden. 

Über die Reife

Wenn die Oliven (und das gilt auch für fast alle anderen Früchte) grün sind, also unreif, gibt der Baum sie nicht gern her – man muss Gewalt anwenden um den Baum die Früchte zu entreißen. Unternimmt man den Versuch eine dieser Früchte essen zu wollen könnte man dies unmöglich nennen: denn sie schmecken zu bitter. Würden Sie versuchen in solch eine Frucht zu beißen, Sie würden sehen, dass das nicht geht.

Der Baum also gibt die unreife Frucht nicht her, der Geschmack lässt das Essen der Frucht nicht zu, die Zunge sagt nein. Man sollte nicht glauben, dass wenn man solch eine Frucht weiterverarbeitet, sie gesünder für den Organismus würde. Abermals und auch auf die Gefahr mich zu wiederholen: von der Balance der Frucht lebt der Mensch – und diese kann er am besten einverleiben und assimilieren.                      

Das Lebensmittel ist die Trägersubstanz, der Vermittler von Lebendigem, d

Ernährungsphysiologische Fakten

In Wirklichkeit verzehrt die menschliche Gattung nicht Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Spurenelemente, Vitamine und andere Substanzen, sondern er lebt von Organismen, ja von organischen Gebilden welche die Natur geschaffen und für uns bereithält.

Das Lebensmittel ist die Trägersubstanz, der Vermittler von Lebendigem, das Leben selbst. Energie ist im physikalischen Sinn gleichzusetzen mit Information. Also wenn das Lebensmittel Information ist, kann man davon ausgehen, dass je natürlicher, je ursprünglicher, je undenaturierter unsere Lebensmittel sind, desto mehr sind wir es auch.

Basile Teberekides

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